Medientipp September 2021

Simone Kern: Der antiautoritäre Garten: Gärten die sich selbst gestalten. Kosmos, Stuttgart, 2019.

Der Begriff «antiautoritär» dürfte einen zuerst an eine Führungsform im Management oder an eine Erziehungsmethode erinnern. Im Zusammenhang mit dem Garten klingt das verlockend: Legeres Arbeiten ohne viel Aufwand und dennoch einen schönen Garten geniessen? Wie das geht erklärt dieser Ratgeber, der von der studierten Landschaftsarchitektin Simone Kern geschrieben wurde. Das Konzept des antiautoritären Gartens beruht darauf, dass sich die Pflanzensamen selber automatisch einen Platz suchen, der ihnen die beste Bedingung bietet. Der Fokus liegt dabei auf solchen Pflanzen, die zum einen wenig Wasser als auch wenig zusätzliche Pflege brauchen. Das Buch ist für Laien verständlich geschrieben und mit vielen Pflanztipps versehen.

Die eine oder andere Idee haben wir bereits jetzt umgesetzt: Es ist spannend, zu sehen, was in leeren Töpfen von selbst zu wachsen beginnt. So hat sowohl der Himbeerstrauch an einer noch sonnigeren Lage einen neuen Mini-Strauch gebildet und auch viele andere – mir noch unbekannte – neue Pflanzen haben Fuss gefasst. Mir gefällt in Zeiten der Überregulation von Flächen die Vorstellung, dem Leben im Garten etwas mehr freien Lauf zu lassen, den Wind mitzuentscheiden und weniger Aufwand zu betreiben. Dennoch komme ich wohl nicht drum herum, unerwünschtes Unkraut wie Neophyten auszureissen und weiterhin gelegentlich in die Natur einzugreifen

Lesetipp von Carla Biasini