Die Kantonsbibliothek Uri (KBU) ist eine öffentliche Bibliothek mit kantonalem Sammelauftrag. Mit einem Bibliotheksausweis stehen über 100'000 gedruckte Medien und elektronische Angebote zur Verfügung. Der Fokus der Sammlung liegt auf lokalen Publikationen. Sie ist ein offener Ort für Begegnung, Kultur, Forschung und Freizeit und vermittelt Medien- und Informationskompetenz.
Geschichte der Kantonsbibliothek
1953 Später, aber wichtiger Start
Die Kantonsbibliothek Uri (KBU) wurde vergleichsweise spät ins Leben gerufen: 1953 formierte sich unter der Leitung des damaligen Staatsarchivars die «Gesellschaft zur Förderung einer Kantonsbibliothek».
Der Bibliotheksbetrieb nahm an der "Ankenwaage" rasch fahrt auf und wurde unersetzlich für die Urner Bevölkerung.
1971 Stiftungsgründung und der Weg in die Eigenständigkeit
1971 erfolgte mit der Gründung der "Stiftung Kantonsbibliothek Uri" der Schritt in die Eigenständigkeit. Träger wurden der Kanton Uri, die Gemeinde Altdorf und die Bibliotheksgesellschaft. Auch in den Siebzigern hatte der damalige Staatsarchivar gleichzeitig die Funktion des Kantonsbibliothekars inne.
1988 wurde die betriebliche Leitung der KBU vom Amt für Staatsarchiv getrennt. Die KBU erhielt eine eigene Leiterin. Im selben Jahr fand der Umzug an den jetzigen Standort Bahnhofstrasse 13 statt.
1988 - 2015 Ausbau der Bibliothek für alle
In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Bibliotheksteam von wenigen Personen auf über 10 Mitarbeitende an und die KBU baute die Angebote konsequent aus: Neue Medienformen wurden eingeführt, die Arbeitsabläufe bereits in den Neunziger Jahren digitalisiert und das Veranstaltungsprogramm für Kinder wie Erwachsene stetig erweitert.
2013 trat die KBU der Digitalen Bibliothek Zentralschweiz bei. Im selben Jahr wurde die Bibliothekskommission aufgelöst. Die Geschäftsleitung wurde der Kantonsbibliothekarin übertragen.
Seit 2015 Von der Selbstausleihe zur Open Library
2015 erhielt die KBU eine Co-Geschäftsleitung. Per Ende 2016 wurde der "Gönnerverein Kantonsbibliothek Uri" aufgelöst und dessen Vermögen ging als Schenkung auf die Stiftung über. Unter anderem konnte mit dieser Schenkung 2018 die Selbstausleihe- und Rückgabe finanziert werden.
2020-2021 wurden die KBU und das Staatsarchiv Uri saniert und die KBU führte als eine der ersten Schweizer Bibliotheken die Open Library (unbediente Bibliothek) ein, welche in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Zum Projekt gehörten auch erweiterte Magazinräumlichkeiten mit Kulturgüterschutzstandard.
Stiftungsrat
Georg Simmen:
Präsident, Regierungsrat, Vorsteher der Bildungs- und Kulturdirektion vom Kanton Uri, Gurtnellen
Marlies Rieder-Dettling:
Vizepräsidentin, Gemeinderätin Altdorf
Christian Mattli:
Beisitz, Generalsekretär der Bildungs- und Kulturdirektion vom Kanton Uri
Marian Balli:
Beisitz, Gemeinderätin Altdorf
Eva Mathez:
Beisitz, Bibliotheksvertretung, Kantonale Beauftragte für Schul- und Gemeindebibliotheken der Zentralbibliothek Solothurn
Carla Biasini:
Geschäftsleitung, Co-Leitung der Kantonsbibliothek Uri
Martina Wüthrich:
Geschäftsleitung, Co-Leitung der Kantonsbibliothek Uri
Revision durch die Finanzkontrolle des Kantons Uri
Organigramm
Auftrag und Rechtsgrundlagen
Die KBU ist seit 1971 eine öffentlich-rechtliche Stiftung. Sie ist sowohl Kantons- als auch Regionalbibliothek sowie Gemeinde- und Schulbibliothek von Altdorf. Sie wird vom Kanton Uri und durch die Gemeinde Altdorf getragen. Der Kanton zahlt 80 und die Gemeinde Altdorf 20 Prozent des Betriebsdefizits.
Die aktuellen Rechtsgrundlagen der Stiftung sind:
Statuten (vom 13. Juni 2018)
Verordnung über die Unterstützung der Kantonsbibliothek Uri (vom 5. April 2000)
Vertrag betreffend "Betrieb der Kantonsbibliothek Uri" zwischen Kanton Uri, der Einwohnergemeinde Altdorf und der Stiftung Kantonsbibliothek Uri (vom 9. Juli 2020 )
Leistungsvereinbarung des Kantons Uri und der Gemeinde Altdorf für die Kantonsbibliothek Uri (vom 9. Juli 2020)
Präzisierung des Leistungsauftrags (RRB vom 19. August 2025)
Die Organe der Stiftung sind:
Stiftungsrat
Geschäftsleitung
Revisionsstelle
Auszug aus den Statuten (Artikel 2 - Zweck). Die Kantonsbibliothek Uri hat zum Zweck:
a) die öffentliche Kantonsbibliothek für den Kanton Uri zu führen und auszubauen;
b) die den Kanton Uri betreffenden schriftlichen, audiovisuellen und elektronischen Informationsträger (Medien) sowie Privatarchive und weitere Sammlungen zu sammeln und aufzubewahren;
c) Informationen in jeweils geeigneter Form an die Nutzerinnen und Nutzer zu vermitteln
am Standort der Bibliothek an geeigneten Arbeitsplätzen,
durch die Ausleihe von Medien an das Domizil der Nutzerinnen und Nutzer und
in elektronischer Form;
d) am Standort der Bibliothek ein Informationszentrum für Schulen aller Stufen und weiterbildende Einrichtungen sowie für die Freizeit zu betreiben;
e) die Lese- und Medienkompetenz zu fördern;
f) im Rahmen des Informations- und Bibliothekswesens (I + D) in Uri beratend und fördernd tätig zu sein.
Strategie
1 Information
Die KBU dient als Kompetenzzentrum rund um das Thema Information und Wissensvermittlung im analogen und digitalen Bereich.
2 Raum
Der Raum der KBU wird vielseitig genutzt und fungiert als Ort des Aufenthalts und der Partizipation.
3 Freizeit und Gesellschaft
Die KBU trägt dazu bei, die Gemeinschaft zu stärken und die Freizeit zu gestalten. Sie ist offen für alle.
Die KBU verfügt über finanzielle Liquidität, um agil zu bleiben. Nach aussen vermittelt sie ein klares Profil.
5 Personal
Die KBU und ihr Personal ist für die Herausforderungen einer unbeständigen und komplexen Welt optimal gerüstet.
6 Sammlung
Die Sammlung ist sichtbarer und die digitale Langzeitarchivierung ist sichergestellt.
Partnerschaften
Die KBU arbeitet mit verschiedenen Institutionen im Kanton zusammen – sei es in dauerhaften Partnerschaften oder in der Zusammenarbeit bei einzelnen Projekten. Dazu gehören unter anderem:
Amstäg!
Didaktisches Zentrum Uri
Kantonale Mittelschule Uri
Ludothek Altdorf
lit.z Literaturzentrum Zentralschweiz
NG Naturforschende Gesellschaft Uri
Theater Uri
TriffAltdorf
